2019.0.11.0 DE/DE

Ein neues Messverfahren für Effizienz

WLTP – Ein neuer Standard

Die WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) ist eine weltweit gültige Methode zur Messung von Pkw-Abgasen. Sie löst das NEFZ-Verfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ab, das seit 1997 verwendet wurde.

Dies sind die drei wichtigsten Kriterien des Tests.

Aerodynamik
Je größer der Luftwiderstand eines Autos, desto höher sein Kraftstoffverbrauch. Je besser die Aerodynamik, desto geringer der Luftwiderstand. Selbst kleinste Änderungen der Aerodynamik können sich erheblich auf seine langfristige Effizienz auswirken.
 

Rollwiderstand der Reifen
Der Rollwiderstand vermindert durch die Verformung der Reifen die Energie-Effizienz während der Fahrt. Deshalb müssen Reifen für maximale Effizienz konstruiert sein.
 

Masse
Je schwerer ein Gegenstand ist, umso mehr Energie braucht es, um ihn zu bewegen. Deshalb brauchen leichte Autos weniger Kraftstoff. Ein geringes Gewicht bei einem Auto bedeutet damit mehr Effizienz – auch beim Handling.
 

Was du wissen musst.

Mit WLTP werden Abgas-Messungen künftig genauer und relevanter. In einem einzigen Test werden nun viele verschiedene Szenarien geprüft. Damit stellt WLTP eine der größten Veränderungen in der internationalen Autoindustrie dar.

Realistischere Fahrzyklen

Striktere Fahrzeugabstimmung und –analyse

Einbeziehung von Sonderausstattung

Genauere Temperaturen

Der neue Standard auf einen Blick.

  NEFZ WLTP
Regulierungs-Zeitplan für die EU: 1998-08/17 09/17 neue Betriebserlaubnisbestimmungen für Motoren (gelten ab 09/18 für alle Fahrzeuge)
Sonderausstattung: Nicht berücksichtigt Berücksichtigt (Aerodynamik, Rollwiderstand der Reifen, Masse)
Phasen / Anfangstemperatur: „Inner-/außerstädtisch“ Kaltstart „Low / Medium / High / Extra-High“ Kaltstart
Prüf-Geschwindigkeit: maximal 120 km/h | durchschnittlich 33,6 km/h maximal 132 km/h | durchschnittlich 46,5 km/h
Stillstandzeit: 295 s 234 s
Beschleunigung: 1,04 m/s² maximal | 0,50 m/s² durchschnittlich 1,58 m/s² maximal | 0,39 m/s² durchschnittlich

Das Wichtigste zu RDE. 

Neben der WLTP-Methode werden Messungen in Europa seit September 2017 auch nach dem RDE-Verfahren durchgeführt. RDE steht für „Real Driving Emissions“ (Emissionen im praktischen Fahrbetrieb).
Die Emissionen werden dabei – im Gegensatz zum NEFZ- und WLTP-Standard – nicht auf einem Prüfstand, sondern während der Fahrt im Straßenverkehr gemessen. Diese während der Fahrt ermittelten Emissionen (NOx und Partikelzahl) werden als tatsächliche Emissionen bezeichnet.

Die Strecke für eine RDE-Messung besteht zu gleichen Teilen aus Fahrten in der Stadt, auf Landstraßen und auf Autobahnen. Das Fahrzeug wird dabei nach dem Zufallsprinzip beschleunigt und abgebremst. Die durchschnittliche Geschwindigkeit in der Stadt beträgt 15 bis 40 km/h, auf Landstraßen 60 bis 90 km/h und auf der Autobahn 90 bis 145 km/h.

Für die Messung wird das Fahrzeug mit einem mobilen Emissionsmesssystem (PEMS) ausgestattet. Dieses Gerät misst die Schadstoffemissionen (NOx, CO und CO2) sowie die Partikelzahl (PN). Eine Testfahrt dauert zwischen 90 und 120 Minuten, wobei die Umgebungstemperatur zwischen -7 und +35 °C liegen muss.

Fragen und Antworten zu den neuen Verfahren.

Was sind NEFZ, WLTP und RDE?
NEFZ („Neuer Europäischer Fahrzyklus“) bezeichnet eine Prüfstandmessung, die seit 1992 europaweit genutzt wurde, um die Abgasemissionen und den Kraftstoffverbrauch von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen zu erfassen.

NEFZ wurde von der weltweit einheitlichen Testmethode WLTP („Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure“) abgelöst. Das neue Verfahren soll den Verbrauch eines Fahrzeugs realistischer abbilden und beruht auf einem veränderten Testzyklus mit strengeren Prüfvorgaben.

Ergänzend zu WLTP sollen in Europa die Emissionen nach dem RDE-Prüfverfahren („Real Driving Emissions“) ermittelt werden, indem die Messungen im laufenden Straßenverkehr erfolgen.

Worin unterscheiden sich WLTP und RDE?
Während im WLTP 30 Minuten auf einem Rollenprüfstand unter standardisierten Rahmenbedingungen gefahren wird, findet der RDE-Test auf öffentlichen Straßen statt. Bei der RDE-Messung wird ein Streckenmix mit zufälliger Beschleunigung und Abbremsung gefahren, der zwischen 90 und 120 Minuten in Anspruch nimmt. Zusätzliche Unterscheidung: WLTP misst CO2, Abgas und Verbrauch, RDE misst nur Abgase und Partikel.

Ab wann gelten WLTP und RDE?

Seit September 2017 erfolgt sukzessive die Umstellung auf WLTP und RDE. Seit September 2018 ist das WLTP-Testverfahren für alle neu zugelassenen Fahrzeuge Pflicht, ebenso die Limitierung der Partikelanzahl (PN) in RDE. Ab September 2019 ist zusätzlich ein RDE-Grenzwert für Stickoxide (NOx) für alle Neuzulassungen verbindlich.

Was bedeuten WLTP und RDE für mich?
Die nach dem WLTP-Testverfahren ermittelten Werte sollen Verbrauch, CO2- und Abgasemissionen realistischer abbilden. Dies kann dazu führen, dass höhere Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und geringere Reichweiten von Elektrofahrzeugen anzugeben sind. Die individuelle Wahl des Motors und der Sonderausstattungen haben ebenfalls Auswirkungen auf die Verbrauchs- und CO2-Werte. Je nach nationaler Gesetzesregelung kann das auch höhere CO2-Steuern zur Folge haben.

Das RDE-Testverfahren wiederum zeigt, wie sich die Abgasperformance der Fahrzeuge im realen Straßenverkehr verhält. Ergebnisse von einzelnen RDE-Fahrten können unter folgendem Link eingesehen werden:

https://erwin.seat.com/erwin/showHome.do

Wie setzt SEAT die WLTP-Vorschriften um?

Seit September 2018 werden alle SEAT Modelle schrittweise auf das WLTP-Prüfverfahren umgestellt.