Auch wenn die Pantone Farbpalette schon Tausende von Farbnuancen bietet: SEAT beschäftigt ein Color & Trim Team, das in allererster Linie Farbtöne für die nächsten SEAT Modelle entwickelt. Klar, dass sich das Team dabei vor allem seinen Sehsinn verlassen muss – schließlich geht es darum, mit den von ihnen kreierten Farben zukünftige Kunden zum Kauf zu verführen.

 

„Unsere Arbeit beginnt drei Jahre bevor ein Modell in einer bestimmten Farbserie auf den Markt kommt. Dafür nehmen wir zuerst die Trends unter die Lupe, von denen wir glauben, dass sie in Zukunft eine Rolle spielen. Anschließend kreieren wir verschiedene Rezepturen  und führen Tests durch, um dann zu entscheiden, auf welche Farbpalette wir uns fokussieren,“ erklärt Jordi Font, der bei SEAT die Color & Trim Abteilung leitet.

Es ist ein langer Prozess, bei dem nichts dem Zufall überlassen wird. Die Abteilung bereitet über 100 Rezepturen vor, bevor sie entscheidet, ob eine Farbe für die Produktion geeignet ist. Am Fahrzeug selbst wird die Farbe erst nach monatelanger Vorarbeit getestet: „Wir brauchen über 1.000 Liter Farbe, um herauszufinden, wie eine Farbe an einem bestimmten Modell wirkt. Dann folgen weitere Tests, um die Reflektionen im Sonnenlicht und auch im Schatten zu analysieren.“ Jedes Fahrzeug erhält sieben Farbschichten für ein makelloses Finish – und um sicherzustellen, dass die Lackierung allen Witterungen standhält.

Angesprochen auf zukünftige Trends, betont Font, dass „bis jetzt hauptsächlich Volltonfarben benutzt wurden. Aber die Tendenz geht eindeutig zu aufwändigeren Lackierungen – mit noch mehr Farbeffekten.“

Die Color & Trim Abteilung ist unweigerlich verbunden mit dem Sehsinn: „Wir arbeiten im Bereich der Sinneswahrnehmungen, wir gestalten Sinneneindrücke. Es stimmt, dass unsere Farben alle bereits existieren – aber wir geben ihnen Charakter und eine unverwechselbare Identität,“ erklärt Font einen Beruf, dessen höchstes Ziel es ist, auf den ersten Blick zu verführen.