Im digitalen Zeitalter, möchte man meinen, braucht es nur noch Hochleistungsrechner und  Spezialisten, die auf Knopfdruck am Bildschirm neue Automodelle entwerfen. Doch die Antwort ist nur teilweise richtig. Denn auch heute noch ist handwerkliches Können und echte Handwerkskunst gefragt, wenn es darum geht, einem Auto eine neue, zeitgemäße Form zu geben.
 
Das Design eines neuen Autos wie das des neuen SEAT Ibiza entsteht aus der Verbindung von modernster Technologie und der Kreativität eines 200-köpfigen Designerteams. Zwar setzen heutzutage 3D-Renderingsysteme den Entwurf der Designer in ein virtuelles Fahrzeug um. Dennoch ist ein professioneller Modelleur erforderlich, wenn die Idee zum ersten Mal Realität wird. Dieser Prozess der Entwicklung eines neuen SEAT Modelldesigns gliedert sich in verschiedene Phasen:

Stift, Papier und 2.000 Entwürfe: Jedes neue Auto entsteht zunächst als Bleistiftzeichnung auf Papier. Die Designer liefern bis zu 2.000 Skizzen, von denen letztlich nur eine gewählt wird. Ihre Aufgabe ist, die Persönlichkeit und Optik des neuen Modells zu definieren. Die Ideen dazu beziehen sie beispielsweise aus der Architektur oder der Modewelt. So können eine Handtasche, ein Paar Schuhe oder ein Gebäude als Inspiration für die Gestaltung eines Sitzes dienen.

3D-Skizzen: Neben ästhetischen und kreativen Gesichtspunkten müssen auch technische Anforderungen beachtet werden. Um die Praxistauglichkeit des Fahrzeugdesigns zu gewährleisten, werden die Skizzen mithilfe digitaler Technologie und Konstruktionsprogrammen zu 3D-Modellen umgewandelt.

Wie im Videospiel: Mit einem Programm, das  ähnlich funktioniert wie Anwendungen zur Entwicklung von Videospielen und Animationsfilmen, wird das endgültige Design des neuen Autos visualisiert. Die Ingenieure setzen VR-Brillen auf und sammeln erste Eindrücke am Steuer des virtuellen Fahrzeugs. Dank all dieser Techniken ist die Produktionszeit heute 10-mal kürzer im Vergleich zu den früher angewendeten Verfahren.

Ein Modell in voller Größe: Um die Maße des neuen Autos im Maßstab 1:1 zu beurteilen, ist auch heute noch ein Modell erforderlich. Mit speziellen Werkzeugen bearbeiten die Modelleure dazu ca. 2.500 Kilogramm Modelliermasse. Die Silhouette des künftigen Autos wird präzise mit einer Fräsmaschine geformt.

100 Rezepturen für eine einzige Farbe: Um die Farbpalette eines Fahrzeugs mit allen einzelnen Farbabstufungen zu kreieren, braucht es drei Jahre Arbeit. Im Farblabor werden die gewünschten Farbtöne gemischt. Für die endgültige Farbe werden bis zu 100 Rezepturen entwickelt.

Das Feeling: Es reicht nicht, den richtigen Farbton zu treffen. Auch die Innen- und die Außenflächen müssen sorgfältig gestaltet werden. Dazu studieren Grafiker, Designer und Künstler gemeinsam die Oberflächen und zeigen Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Türen oder Armaturenbretter, auf. Dabei kombinieren sie matte und glänzende Flächen mit verschiedenen Prägeledern und Stichmustern.

Handgenähter Lenkradbezug: Alle Lenkradbezüge werden von Schneidern handgenäht. Ihre einzigen Werkzeuge dabei: eine gebogene Nadel und ihr fachliches Können. Sie entwerfen die Muster selbst und vernähen in Handarbeit bis zu 3 Kilometer Faden pro Farbe für den Bezug der Sitze oder des Handbremshebels. 

 
Der neue SEAT Ibiza wurde mit dem Red Dot Award 2017*** für herausragendes Produkt-Design ausgezeichnet.